Wissenschaftsdrama
Dokumentarisches Schauspiel

März 2019


Vorladung der US-Atomenergiekommission

Hainar Kipphardt (1922-1982)
»In der Sache J. Robert Oppenheimer« (1964)

Als Handlungsgrundlage dient dem Stück ein 1954 von der Atomenergiekommission der Vereinigten Staaten von Amerika angestrengtes Verfahren gegen den amerikanischen Physiker Julius Robert Oppenheimer, das die sogenannte »Sicherheitsgarantie« des Wissenschaftlers zu überprüfen und sich mit Vorwürfen auseinanderzusetzen hatte, die Oppenheimer – von 1943 bis 1945 Leiter der Laboratorien von Los Alamos, in denen die erste Atombombe entwickelt wurde – für die Verzögerung des amerikanischen Dringlichkeitsprogramms zum Bau einer Wasserstoffbombe verantwortlich machten.
Die Ermittlungen gegen ihn wurden vom Untersuchungsausschuss im Mai 1954 in Form eines mehr als 3.000 Seiten umfassenden Verhandlungsprotokolls veröffentlicht, auf das sich Kipphardts Schauspiel, sein »szenischer Bericht« stützt; dieser hält sich allerdings weniger streng an die Faktizität protokollierter Aussagen als etwa die Auschwitz-Dokumentation von Peter Weiss – »Die Ermittlung« –, wenn auch beide Stücke den Begriff und den Typus des Dokumentartheaters in Deutschland entscheidend geprägt haben.
Die mehr als vierwöchige Verhandlung, in der über vierzig Zeugen gehört wurden, findet sich in neun Szenen konzentriert; kurze, zusammenfassende Berichte und stichwortartige, vorausdeutende Ausblicke, montagehaft dargeboten als Schrift-Installation oder durch einen unpersönlichen Sprecher vermitteln die Übergänge.
Die Verhandlung kreist um Oppenheimers frühere Verbindungen zu kommunistischen Zirkeln, die stetige, durch die stalinistische Praxis bewirkte Abkühlung seiner politischen Sympathien, aber natürlich auch um seine maßgebliche Beteiligung an einem spektakulären militärischen Geheimprojekt der USA; seine große innere Begeisterung für das »Manhattan-Projekt« wird ebenso erörter wie das stumme Entsetzen, das der erste Atombomben-Abwurf über Hiroshima (am 8. August 1945) in ihm ausgelöst hat.


6. August 1945, 8.15 Uhr Ortszeit ...

Ein zweideutiger Spionagefall, den Oppenheimer, um einen Freund zu schützen, anzuzeigen unterließ, wirft das Loyalitätsproblem und die Frage der vollkommenen Sicherheitsgarantie auf ...

No man should escape our universities without knowing how little he knows. (J. Robert Oppenheimer)

Arbeitsblätter und Links

März 2019

We know that the only way to avoid error is to detect it, that the only way to detect is to be free to enquire. (J. Robert Oppenheimer)

 



Prinzipien des klassischen Schauspiels

Das europäische Drama hat seinen Ursprung im antiken Griechenland. Das zeigen schon einige wichtige gattungsspezifische Begrifflichkeiten, die ...

Arbeitsblätter und Links

Januar 2019

Die Tragödie ist die Nachahmung einer edlen und abgeschlossenen Handlung von einer bestimmten Größe in gewählter Rede, derart, dass jede Form solcher Rede in gesonderten Teilen erscheint und dass gehandelt und nicht berichtet wird und dass mit Hilfe von Mitleid und Furcht eine Reinigung von eben derartigen Affekten bewerkstelligt wird. (Aristoteles, Poetik)

 



»SPRACHE« - Aber, was ist das?

Sprache ist das Medium der Verständigung und der Selbstverständigung des Menschen; sie ist - zunächst - ein komplex aufgebautes System, das Laute und Schriftzeichen verbindet, Wörter bildet, die sich zu größeren Einheiten, Sätzen, formieren. Durch die Aneinanderreihung vieler Sätze entstehen schließlich komplexe, sinntragende Texte. Kurz gefasst: Sprache ist ein sich stets weiterentwickelndes, komplexes System von Lauten und Zeichen zum Zwecke der Kommunikation. Jedem Zeichen des Systems wird eine Bedeutung zugeordnet. Sprache wirkt im Prozess der Kommunikation als Medium zwischen dem Sender (Sprecher/Schreiber) und dem Empfänger (Hörer/Leser) ...

Arbeitsblätter und Links

Mai 2019