Das klassische ...

Januar 2019

Das europäische Drama hat seinen Ursprung im antiken Griechenland. Das zeigen schon einige wichtige gattungsspezifische Begrifflichkeiten, die alle aus dem Griechischen stammen: Drama (δρᾶμα - Handlung, gespielte Handlung, Schauspiel); Theater (θέατρον [théatron] - Schaustätte); Szene (σκηνή - Zelt, [als Kulisse bemalte] Zeltbahn); Dialog (διάλογος [diálogos] - Wechselrede) und Monolog (μονόλογος [monólogos] - Selbstgespräch); Tragödie (τραγωδία [tragodía] - 'Bocksgesang'* = Trauerspiel) und Komödie (κωμῳδία [kōmō{i}día] - 'singender Umzug' = Lustspiel).
Das Drama hat relgiöse Wurzeln und entwickelte sich aus Kulthandlungen zu Ehren des Gottes Dionysos mit Umzügen, Gesang und Tanz. Auch in der Blütezeit Athens, im 5. und 4. vorchristlichen Jahrhundert, als es schon feste Theaterbauten gab, wurden die Schauspiele noch für Kultfeste geschrieben. Die Akteure standen auf Kothurnen (κόθορνος [kóthornos] - hoher Stiefel [des Schauspielers]**) und trugen Masken zur rollenspezifischen Typisierung der auftretenden Personen. Inhalte der Dramen waren Geschehnisse aus der Geschichte und dem Mythos. Als bekanntester griechischer Tragödiendichter gilt Sophokles (496-406 v. Chr.). Zwei seiner Werke gehören bis heute zum festen Bestandteil der Theaterspielpläne: »König Ödipus« und »Antigone«


Idealtyp des griechischen Theaterbaus

* Beim Dionysoskult wurde ein 'Komos' (κῶμος) veranstaltet, ein festlicher Straßenumzug bzw. eine Prozession mit Gesang, verkleidet mit Maske und Bocksfell (τράγος [trágos]), zur Darstellung des Gottes selbst oder der ihn begleitenden Satyrn.
** Die Kothurne sollten an die hohen Jagdstiefel des Gottes Dionysos erinnern.
 

Wir alle sind gleichzeitig Zuschauer und Akteure im großen Drama des Seins. (Niels Bohr)

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Januar 2019

In der Nacht zum 18. Februar 1943 reift bei den Münchner Studenten, die sich in der Widerstandsgruppe Die Weiße Rose zusammengeschlossen haben, um den passiven Widerstand gegen das NS-Regime zu propagieren, der Plan, ihre bislang nur per Briefpost versandten Flugschriften direkt in der Universität zu verteilen. Am folgenden Morgen legen Sophie und Hans Scholl hastig Kopien des sechsten Flugblatts der Gruppe auf den Treppenabsätzen und vor den Hörsälen im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität aus. Die Aktion scheint ein Erfolg zu werden; schon sind die Geschwister wieder auf dem Weg nach draußen. Doch dann entschließen sie sich, auch noch den verbliebenen Rest der Flugblätter unter die Studenten zu bringen. Den letzten Stapel platziert Hans auf einer Balustrade im zweiten Stock des sogenannten Lichthofes des Hauptgebäudes. Es klingelt. Die Türen der Hörsäle öffnen sich, die jungen Vorlesungsbesucher strömen hinaus auf die Korridore und ins Treppenhaus. Dieses Durcheinander wollen die Geschwister ausnutzen. Sophie versetzt dem Stapel einen kleinen Stoß, die Blätter wirbeln direkt in den Lichthof und verteilen sich im weiten Rund. An dem Versuch, sich unauffällig unter die umhereilenden Studenten zu mischen, werden die Geschwister allerdings von dem zufällig anwesenden Hausmeister Jakob Schmid, einem alten Parteigenossen, gehindert. Er hatte sie zuvor allein im Treppenhaus beobachtet und ist nicht von der Vermutung abzubringen, dass sie auch die Flugblätter verteilt haben müssen. Widerstandslos lassen sich Hans und Sophie Scholl von Schmid zum Rektorat der Universität führen. Rektor Walther Wüst, SS-General ehrenhalber sowie persönlicher Vertrauter von Heinrich Himmler, gleichwohl akademisch kultiviert, höflich und ein wenig angewidert von dem wichtigtuerischen Eifer seines 'Pedells', wirkt, nachdem er herbeigerufen werden musste, zunächst beruhigend auf das Geschwister-Paar ein: die Sache werde sich gewiss aufklären. Der für Rechtsangelegenheiten zuständige Mitarbeiter des Rektorats hat aber längst die örtliche Gestapo-Leitstelle verständigt. Und so trifft wenig später der Kriminalobersekretär Robert Mohr, Chef der eben erst gebildeten Sonderkommission zur Aufklärung der Aktivitäten der Weißen Rose, am Ort des Gechehens ein und lässt sich die Arretierten überstellen. Die letzten Tage ihres Lebens verbringen die Geschwister Scholl im sogenannten Wittelsbacher Palais in der Brienner Straße, einem düsteren, neugotischen Residenzbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das der Gestapo 1933 als Hauptquartier in München zugewiesen wurde …



Sophie Scholl, das war sie, die Neinsagerin,
die Antigone unserer Tage.
(Grete Weil)


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Januar 2019




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Selbsteinschätzung - Mitarbeitsnote

Stand: 10.I.2019