Deutsch - Klasse 8
Das »Tagebuch der Anne Frank«

... ist zweifellos ein Werk der Weltliteratur. Anne Frank führte es vom 12. Juni 1942 bis zum 1. August 1944, anfänglich in der Wohnung am Merwedeplein, den größten Teil aber im Hinterhaus des Gebäudes Prinsengracht 263 in Amsterdam. Dort versteckte sie sich zwei Jahre lang mit Familienangehörigen und Bekannten vor der deutschen Besatzungsmacht, um der Deportation und Ermordung zu entgehen ...

Arbeitsblätter:
• Die Entrechtung u. Verfolgung der Juden (1933-1945)
• Aus dem Tagebuch Anne Franks - November 1942
• Aus dem Tagebuch Anne Franks - April 1944
• Aus dem Tagebuch Anne Franks - Mai/Juni 1944

Weiterführender Link:
• Antonia Kleikamp · Kein Verrat, sondern ein Zufall tötete Anne Frank
(DIE WELT)


Nibelungensage und »Nibelungenlied«

»Uns ist in alten mæren wunders vil geseit« - schreibt vor rund 800 Jahren ein unbekannter Dichter: Und dann reiht er Zeile an Zeile. Niemand weiß, wie lange er an seinem Werk gearbeitet hat, Jahre werden es wohl gewesen sein. Am Ende sind es mehr als 2.300 Strophen: ein Heldenepos über Krieger und Spielleute, Königinnen und Jungfrauen, über Drachen, Zwerge und einen fluchbeladenen Schatz. Eine Geschichte von Treue und Verrat, von Liebeshochzeit und Brudermord, von Festen und Zweikämpfen. Ein Drama, das in Glanz und Abenteuer beginnt, doch in Feuer und Blut endet ...

Arbeitsblätter:
• Die Erste Âventiure - das Prooemium
Siegfried der Drachentöter - ein Schulbuchtext
• Die Dritte Âventiure - Begegnung mit Mime und den Nibelungen
• Christian Friedrich Hebbel · »Die Nibelungen« (1861) ∙ I. Akt, 1. Szene
• Die Charakterisierung einer literarischen Figur. Worauf kommt es an, und wie geht man vor?
• Die Dritte Âventiure. Was dem jungen »Siegfried« zugeschrieben wird.
• Die Charakterisierung einer literarischen Figur
am Beispiel »Siegfrieds von Xanten«.

Weiterführende Links:
Das Nibelungenlied - übersetzt ins Neuhochdeutsche von Karl Simrock
• Eine Zusammenfassung des Nibelungenliedes (Universität Duisburg)

Hörbeitrag:
Die Nibelungen - Ein deutscher Mythos (BR2, Radiowissen)

Video:
Klassiker der Weltliteratur · Das Nibelungenlied (alpha1 ARD Bildungskanal)


»Held« und »Heldentum«

Ein Held (von althochdeutsch helido) ist eine Person, die - was sonst? - eine Heldentat - und das meint: eine besondere, nicht alltägliche Leistung vollbracht hat. Dabei kann es sich um reale oder fiktive (von lat. fictio - Gestaltung, Erdichtung; von fingere - gestalten, formen, sich ausdenken) Personen handeln, um Gestalten der Geschichte, aber auch aus Legenden, Sagen oder Mythen. Seine heroischen, also heldenhaften Fähigkeiten können von körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer usw.) oder auch geistiger Natur sein oder in seinem vorbildhaften Wesen begründet liegen (Mut, Aufopferungsbereitschaft, Kampf für Ideale, Tugendhaftigkeit oder: die Einsatzbereitschaft für andere Menschen).

Arbeitsblätter:
• Aus dem nachgelassenen Brief eines jungen deutschen Gefallenen
(April 1915)
• Die mutwillige Beschädigung von Kriegsdenkmälern - eine Chat-Diskussion
• Friedrich Hölderlin · »Der Tod fürs Vaterland« (1799/1800)
• Hölderlin · Texterläuterungen
• Hölderlin · Interpretation
• Erich Maria Remarque · »Der Weg zurück« (1931)

Weiterführender Link:
• Bernhard Wicki · »Die Brücke« (1959)


Friedrich Schiller · »Wilhelm Tell«

Schon lange hatte sich Schiller mit der Legendenfigur des Wilhelm Tell beschäftigt - ebenso wie sein Dichter-Freund Goethe. In einem Gespräch mit seinem Sekretär Eckermann - im Juni 1827, lange nach Schillers Tod - ging Goethe recht ausführlich auf seine Sicht des Schweizer Nationalhelden ein: »Den Tell dachte ich mir als einen urkräftigen, in sich selbst zufriedenen, kindlich-unbewussten Heldenmenschen, der als Lastträger die Kantone durchwandert, überall gekannt und geliebt ist, überall hülfreich, übrigens ruhig sein Gewerbe treibend, für Weib und Kinder sorgend, und sich nicht kümmernd, wer Herr oder Knecht sei. Den Geßler [sic] dachte ich mir dagegen als einen Tyrannen, aber als einen von der behaglichen Sorte, der sogar gelegentlich Gutes tut, wenn es ihm Spaß macht, und gelgentlich Schlechtes tut, wenn es ihm Spaß macht, und dem übrigens das Volk und dessen Wohl und Wehe so völlig gleichgültige Dinge sind, als ob sie nicht existierten.« Züge des Goetheschen »Tell« trägt Schillers »Alpenjäger« durchaus in sich; vor allem wird man ihn als Gemütsmenschen bezeichnen können. Aber der »Gessler« Schillers fällt deutlich anders aus: nicht seinen Launen ist er unterworfen; vielmehr handelt er nach den Grundsätzen einer skrupellosen politischen Ratio. Sein Erfolg ist der Erfolg der landhungrigen Habsburger, die sich die durch die Erschließung des Gotthard-Passes attraktiv gewordene »Waldstätte« um den Vierwaldstätter See unterwerfen wollen, offenbar um jeden Preis ...

Arbeitsblätter:
• Der Handlungsraum des Dramas · die Orte und ihre Geschichte
»Uri, Schwyz und Unterwalden soll der liebe Gott erhalten« - kleine Geschichte der »Eidgenossenschaft«
Gertrud Stauffacher · Szene I,2
• Carlo Schmid · »Menschenrechte und Tyrannenmord«
• Friedrich Schiller · »Über das Erhabene«
• Friedrich Schiller · »Der Antritt des neuen Jahrhunderts«
• Christina Engelmann u. Claudia Kaiser · »Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht«
• Grundbegriffe der Lyrik
• Dramentheorie · Der Aufbau eines klassischen Dramas
• Dramentheorie · Die Tragödienkonzeption des Aristoteles

Weiterführender Link:
»Wilhelm Tell« von Friedrich Schiller · Zusammenfassung, Inhaltsangabe, Hintergründe (Friedrich-Schiller-Archiv)
• Die Welt der Habsburger · Albrecht I. (1255-1308)
• Die Urkantone der Schweiz (conviva-plus.ch)
Historisches Lexikon der Schweiz (hls-dhs-dss.ch)

Video:
»Wilhelm Tell« (»Burgen in Flammen«) · Spielfilm nach dem Drama Friedrich Schillers (Regie: Michl Dickoff u. Karl Hartl, Schweiz 1960)

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit (Friedrich Schiller, »Briefe« [1793])


Deutsch - Klasse 10
Sprache und Kommunikation

Ein Leben ohne Kontakt zu, ohne Kommunikation mit anderen Menschen erscheint uns schwer vorstellbar - und auch nicht wünschenswert. Denn: Leben heißt doch wohl vor allem: mit anderen Menschen zu kommunizieren, sprachlich und außersprachlich. Umgekehrt gilt: In jeder zwischenmenschlichen Beziehung läuft bewusste oder unbewusste Kommunikation ab; kein Mensch kann sich von ihr lösen. Demnach sollten wir doch alle wahre Kommunikations-Experten sein. Aber, das stimmt nicht! Die Verständigung misslingt uns tatsächlich recht häufig. Wie kommt das? Und: Was ist eigentlich Kommunikation? Wie kann man sie beschreiben und methodisch analysieren?

Arbeitsblätter:
• Peter Bichsel · »Ein Tisch ist ein Tisch« (1969)
• Wilhelm Kamlah/Paul Lorenzen · »Die sprachliche Erschließung der Welt«
• Augustinus von Hippo · »Wie das Kind sprechen lernt«
• Annette Lössmann · »Raus mit der Sprache!« (ZEIT-Wissen)
• Karl Bühler · Die drei Grundfunktionen der Sprache - das »Organon-Modell«
• Paul Watzlawick · Die (fünf) Axiome der menschlichen Kommunikation
• Friedemann Schulz von Thun · Die vier Seiten einer Nachricht

Hörbeitrag:
Paul Watzlawick - Anleitung zum Unglücklichsein
(Bayern 2, Radiowissen)

Weiterführender Link:
Gabriele Wohmann · »Ein netter Kerl« (1978)
[Freie Universität Berlin]


Die griechische Tragödie
Sophokles · »Antigone«

Das europäische Drama hat seinen Ursprung im antiken Griechenland. Das zeigen schon einige wichtige gattungsspezifische Begrifflichkeiten, die alle aus dem Griechischen stammen: Drama (δρᾶμα - Handlung, gespielte Handlung, Schauspiel); Theater (θέατρον [théatron] - Schaustätte); Szene (σκηνή - Zelt, [als Kulisse bemalte] Zeltbahn); Dialog (διάλογος [diálogos] - Wechselrede) und Monolog (μονόλογος [monólogos] - Selbstgespräch); Tragödie (τραγωδία [tragodía] - 'Bocksgesang'* = Trauerspiel) und Komödie (κωμῳδία [kōmō{i}día] - 'singender Umzug' = Lustspiel).
Das Drama hat relgiöse Wurzeln und entwickelte sich aus Kulthandlungen zu Ehren des Gottes Dionysos mit Umzügen, Gesang und Tanz. Auch in der Blütezeit Athens, im 5. und 4. vorchristlichen Jahrhundert, als es schon feste Theaterbauten gab, wurden die Schauspiele noch für Kultfeste geschrieben. Die Akteure standen auf Kothurnen (κόθορνος [kóthornos] - hoher Stiefel [des Schauspielers]**) und trugen Masken zur rollenspezifischen Typisierung der auftretenden Personen. Inhalte der Dramen waren Geschehnisse aus der Geschichte und dem Mythos. Als bekanntester griechischer Tragödiendichter gilt Sophokles (496-406 v. Chr.). Zwei seiner Werke gehören bis heute zum festen Bestandteil der Theaterspielpläne: »König Ödipus« und »Antigone« ...
*Beim Dionysoskult wurde ein 'Komos' (κῶμος) veranstaltet, ein festlicher Straßenumzug bzw. eine Prozession mit Gesang, die Teilnehmer trugen dabei Maske und Bocksfell (τράγος [trágos]), zur Darstellung des Gottes selbst oder der ihn begleitenden Satyrn.
** Die Kothurne sollten an die hohen Jagdstiefel des Gottes Dionysos erinnern.

Arbeitsblätter:
• Sophokles · »Antigone«: Der Inhalt des Stückes
• Sophokles · »Antigone«: Kreons Regierungsprogramm und Chor der Alten
(1. Epeisodion / 1. Stasimon)
• Sophokles · »Antigone«: Der Dialog zwischen Kreon und Antigone
(2. Epeisodion)
• Sophokles · »Antigone«: Der Dialog zwischen Kreon und Haimon
(3. Epeisodion)
• Ferdinand Maier · »Antigone. Das Gewissen als handlungsleitende Kraft«

Hörbeitrag:
Sophokles - Dichter im Dienst des Dionysos
(Bayern 2, Radiowissen)


Carl Zuckmayer · »Des Teufels General«

Berlin im »Spätherbst 1941«: Der leidenschaftliche Flieger-General Harras wirkt als militärischer Leiter der Flugzeugproduktion tatkräftig für das nationalsozialisische Regime, obwohl er dessen Führung offen verachtet, ihre verbrecherische Politik lautstark verurteilt und die deutsche Kriegführung für restlos verfehlt hält. Die plumpen Anwerbungsversuche der SS weist er zurück. Als sich jedoch Unfälle durch Materialfehler häufen, gerät Harras als für die Ausrüstung der Luftwaffe verantwortlicher General immer stärker unter Druck. Schließlich hat auch sein Freund Eilers einen tödlichen Unfall - mit einer offenbar sabotierten Maschine ...

Arbeitsblätter:
• Der historische Kontext des Dramas: Der Verlauf des 2. Weltkrieges
• Skizze des 1. Aktes (»Höllenmaschine«)
• Harras und Hartmann sprechen über den Tod · Gesprächsanalyse
• Die Haltung der Protagonisten des Stückes
• Friedrich Schiller · »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«
• Eine moderne Inszenierung in der Kritik · Bayerisches Staatstheater Hof (2015) (DER SPIEGEL [online])
• Hans Hellmut Kirst · »Fabrik der Offiziere« (Ausschnitt)

Weiterführende Links:
Carl Zuckmayer · Leben und Werk (inhaltsangabe.de)
Carl-Zuckmayer · Biografie - Bibliografie - Filmografie (Carl-Zuckmayer-Gesellschaft)
• Carl Zuckmayer · »Des Teufels General« · Zusammenfassung und Erörterung (get abstract)

Hörbeitrag:
• Carl Zuckmayer · »Des Teufels General« · Hörspiel (NDR [1996])

Video:
»Des Teufels General« · Spielfilm nach dem Drama Carl Zuckmayers (Regie: Helmut Käutner, BR Deutschland 1955)
Udet · Der Flieger (ZDF history)


Deutsch - Klasse 11
Epische Kurzformen

Die Kurzgeschichte ist eine vergleichsweise junge literarische Erscheinungsform der Prosa, deren Hauptmerkmal - naturgemäß - in ihrer Kürze liegt. Stilistisch zeichnet sie sich folglich durch eine starke Komprimierung des Inhaltes aus. Der Gattungsname ist übrigens eine Lehnübersetzung des englischen Begriffs short story, was auf die nord-amerikanische Herkunft des Genres hindeutet ...

Arbeitsblätter:
• Peter Bichsel · »Die Tochter« (1966)
• Interpretation
• Interpretation - Vorgehen
• Wolf Wondratschek · »Mittagspause« (1969)
• Interpretation
• Gabriele Wohmann · »Der Antrag« (1957)
• Merkmale der Kurzgeschichte

Weiterführender Link:
• Wolf Wondratschek im Interview mit dem Deutschlandfunk Radio Kultur


Heinrich Böll · »Doktor Murkes gesammeltes Schweigen«

Mitte der 1950er Jahre: »Professor Bur-Malottke«, Verfasser »zahlreiche[r] Bücher essayistisch-philosophisch-religiös-kulturgeschichtlichen Inhalts«,eine fraglos respektierte Größe, der »in der religiösen Begeisterung des Jahres 1945 konvertiert hatte«, erscheint bei dem »Intendanten« seines 'Haussenders', um darzulegen, dass er plötzlich Bedenken habe, »an der religiösen Überlagerung des Rundfunks mitschuldig« zu sein. Er hatte einen neuerlich zur Sendung anstehenden, zweiteiligen Vortrag über »[d]as Wesen der Kunst« auf Band gesprochen, in dem er häufig auf »Gott« Bezug genommen hatte. Nun möchte er das Wort »Gott« in seinem Vortrag durch die Wendung »jenes höhere Wesen, das wir verehren« ersetzen, da dies mehr der Haltung entspräche, zu der er sich vor 1945 bekannt habe. Allerdings weigert sich »Bur-Malottke«, den Vortrag komplett neu einzusprechen; vielmehr besteht er darauf, dass aus den Bändern das Wort »Gott« herausgeschnitten und jeweils durch die von ihm gewünschte Wendung ersetzt wird. Lediglich diese möchte er neu aufnehmen lassen. »Dr. Murke«, ein junger Redakteur aus der Abteilung »Kulturwort«, bekommt diese unangenehme Aufgabe zugeteilt ...

Arbeitsblätter:
• Die Struktur der Erzählung
• Dieter E. Zimmer · »Doktor Murkes gesammeltes Schweigen«
(Interpretation)
• Heinrich Böll · »Wanderer, kommst du nach Spa ...«
• Was ist »Kultur«?
• Die Satire
• Dietmar Wischmeyer · »Ansprache des Bundespräsidenten an das deutsche Volk« (ZDF heute show)
• Friedrich Nietzsche · »Der tolle Mensch« (»Die fröhliche Wissenschaft«)
• Beispiel-Klausur
• Erwartungshorizont zur Beispiel-Klausur

Hörbeitrag:
• Heinrich Bölls Frühwerk - Das Gewissen der Sprache
(SWR 2, Wissen)
Arthur Schopenhauer - »Die Welt als Wille und Vorstellung«
(Bayern 2, Radiowissen)
Friedrich Nietzsche - Leben und Denken
(Bayern 2, Radiowissen)

Weiterführende Links:
Leben und Werk von Heinrich Böll (Heinrich-Böll-Stiftung)
• Heinrich Böll ·»Was soll aus dem Jungen bloß werden? Oder: Irgendetwas mit Büchern.« Autobiografische Skizze von 1981 (DIE ZEIT)
• Tanja Dückers: »Der Mann, der die Sprache bewohnt« (Der Tagesspiegel)
• Karl-Josef Kuschel: »Heinrich Böll, die Liebe und die Religion«
(Der Tagesspiegel)
• Toni Kan Onwordi: »Zigaretten als Leitmotiv in Heinrich Bölls Kurzprosa« (Heinrich-Böll-Stiftung)
• Das Funkhaus Wallraffplatz (Wikipedia)
Glasauge - das Satiremagazin der Welt (DIE WELT)

Video:
• Dietmar Wischmeyer · Ansprache des Bundespräsidenten an das deutsche Volk (ZDF heute show)


Deutsch - Klasse 12
Politische Kommunikation

Die politische Debatte unterliegt besonderen Kommunikationsbedingungen. Denn: Sie vollzieht sich nur selten auf der Grundlage der üblichen, zumeist dialogisch geordneten Gesprächsbeziehungen. So richtet sich beispielsweise eine Bundestagsrede nicht zwingend an die im Plenum versammelten Abgeordneten, obwohl diese ja das natürliche Auditorium des Redners oder der Rednerin darzustellen scheinen (siehe den Beitrag von Gregor Gysi). Das hat Folgen für die Art und Weise der gewählten Ansprache, für die innere Dramaturgie des Vortrags und seine rhetorische Inszenierung ...

Arbeitsblätter:
• Stenografischer Bericht des Deutschen Bundestages
(17. Mai 2018)
• Dr. Gregor Gysi (MdB) - Praktische Rhetorik

Video:
• Dr. Gottfried Curio (MdB) · Plenarrede vom 17. Mai 2018

Weiterführende Links:
Miriam Lau · Jörg Sator. Der ideale Sozialdemokrat
(ZEIT ONLINE)
Miriam Lau · Runter vom Balkon (ZEIT ONLINE)


Die Novelle

Die Novelle ist eine Prosa- oder (selten) Verserzählung von mittlerem Umfang, die sich durch straffe Handlungsführung, formale Geschlossenheit und thematische Konzentration auszeichnet. Gegenstand des Erzählens ist nach der Definition Goethes »eine sich ereignete unerhörte Begebenheit«, eine Begebenheit also, die einen gewissen Anspruch auf Wahrheit erhebt und von etwas Neuem oder Außergewöhnlichem erzählt. Zu den zahlreichen Versuchen, die Novellenform näher zu charakterisieren, gehören die Hinweise auf die Zuspitzung des Erzählens auf einen Wendepunkt hin (und damit auf einen dem Drama verwandten Aufbau) und auf die Strukturierung durch ein sprachliches Leitmotiv, auch »Dingsymbol« genannt (Paul Heyse u. a.) ... Nach Vorläufern in Humanismus, Barock und Aufklärung begann mit Goethes »Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten« (1795), nach dem Beispiel Boccaccios als Zyklus mit Rahmenhandlung angelegt, die Geschichte der Novellen-Literatur in Deutschland ...

Arbeitsblätter:
• Giovanni Boccaccio · »Das Dekammeron« (5. Tag,
9. Geschichte)
• Die innere Struktur der Erzählung

Hörbeitrag:
Die Novelle · eine »unerhörte Begebenheit«
(Bayern 2, Radiowissen)


Thomas Mann · »Gladius Dei«

»München leuchtete.« Die Fremdenverkehrswerbung der Stadt München hat sich dieses Beginns von Thomas Manns Erzählung Gladius Dei (1902) vor zwei Jahrzehnten bemächtigt und ihn zu einer wirksamen Formel gestaltet (»München leuchtet!«). Der Erzählschluss war für diese Art von Selbstanpreisung zweifellos weniger geeignet: die Vision eines apokalyptischen Gewitters, das über der Stadt aufzieht und ihre Vernichtung - ganz in den Formen einer biblischen Strafe - anzukündigen droht: »Er [der Protagonist der Erzählung] sah gegen die gelbliche Wolkenwand, die von der Theatinerstraße heraufgezogen war und in der es leise donnerte, ein breites Feuerschwert stehen, das sich im Schwefellicht über die frohe Stadt hinreckte ... ‚Gladius Dei super terram ...‘, flüsterten seine dicken Lippen [...]«. Der Visionär, der den Namen des bigotten Asketen Hieronymus trägt und damit zugleich denjenigen des florentinischen Bußpredigers Girolamo Savonarola (1452-1498), dem er nicht nur im Äußeren gleicht, sieht durch ein göttliches Zeichen bestätigt, was das Ressentiment ihm gerade ausgemalt hat: wie das Volk auf sein Geheiß hin die frivole Kunst auf den Scheiterhaufen wirft. Das »Schwert Gottes über der Hure Babylon.«

Arbeitsblätter:
• Thomas Mann · »Gladius Dei« (Text)
• Anmerkungen zum Text
• Wolf Wucherpfennig · Thomas Mann durchleuchtet das München der Jahrhundertwende
• Der Leo-von-Klenze-Pfad · Ein Rundgang durch die Münchner Innenstadt (Landeshauptstadt München · Referat für Stadtplanung und Bauordnung) • Beispielklausur

Hörbeiträge:
»Bankrott ist schlimmer als der Tod« · Thomas Manns Welterfolg: »Die Buddenbrooks« (1901) (Bayern 2, Radiowissen)
• Wer das Bild Münchens prägte · Leo von Klenze (Bayern 2, Radiowissen)


Selbsteinschätzung - Epo-Benotung
• Beurteilungsbogen - Klasse 8M
• Beurteilungsbogen - Klasse 10D
• Beurteilungsbogen - Grundkurs MSS 11 (G5)
• Beurteilungsbogen - Grundkurs MSS 12 (G1)


«Ein Zitat»

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Friedrich Schiller (Konfuzius [Gedicht])